Home Rundbrief alte Ausgaben Jahrgang 2008 Vorspann Rundbrief 90
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karl_2008Der Rundbrief wird vom Film & Medienbüro (FMB) herausgegeben – seit 21 Jahren. Das FMB ist ein gemeinnütziger Verein und lädt, wie alle Vereine, jährlich seine Mitglieder zur Mitgliederversammlung (MV) ein. Da wird dann inhaltlich und finanziell Bilanz gezogen, wird ein Vorstand gewählt und werden zuweilen „richtungweisende Beschlüsse“ gefällt. Manchmal lädt man sich auch Prominenz ein, um mehr Mitglieder für die oft als „dröge Pflichtveranstaltung“ empfundene MV zu mobilisieren.
Für unsere MV am 18. April 2008 in Hannover hatten wir Prof. Helmut Scherer vom Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik und Theater Hannover sowie Thomas Schäffer und Sebastian Wolters von der nordmedia eingeladen. Sie stellten vorab die von der nordmedia in Auftrag gegebene "Medienklimastudie Niedersachsen“ vor und zeigten sich offen für die Anregungen zum Fragenkatalog der Studie. Viele Mitglieder erhoffen sich von der Untersuchung, dass auch Daten zur Beschäftigungslage von Künstlern und Kulturschaffenden abgefragt werden und der Fragebogen nicht nur auf Medienunternehmen zugeschnitten ist. Außerdem wünscht man sich, dass die Ergebnisse der Studie veröffentlicht werden und dazu auch eine medien- und kulturpolitische Diskussion stattfindet. Herr Schäffer sicherte zu, die Auswertung der Studie im Herbst ins Internet zu stellen.

Neuprofilierung des FMB
Im weiteren standen Vorstands- und Geschäfts- sowie der Finanzbericht auf der Tagesordnung. Nach meiner Einschätzung konnte sich das FMB im letzten Jahr durch eigene und Kooperationsprojekte neu profilieren. Dazu zählen insbesondere die SchulKinoWochen, die Kinotour mit geförderten Filmen und die Zusammenarbeit mit den Bürgermediensendern im Rahmen der TV-Reihe „Kurzfilmspezial“, die in diesem Jahr als „FilmFestSpezial“ mit fünf Sendungen von Niedersächsischen Filmfestivals fortgesetzt wird. Das FMB hat dabei viele Möglichkeiten erarbeitet, um den Filmen von Mitgliedern aber auch von anderen Filmschaffenden aus Niedersachsen sowohl im Kino als auch im Bürgerfernsehen ein Forum zu geben. Durch die von der nordmedia und anderen bewilligten Projektfördermittel war es auch möglich, beim FMB Personen auf Projektdauer zu beschäftigen. Die Verbandsarbeit und die Redaktion des Rundbriefes müssen allerdings nach wie vor ehrenamtlich geleistet werden.
Auf positive Resonanz stieß auch das neue Rundbrieflayout. Hier fehlen allerdings zur Gegenfinanzierung der erhöhten Druckkosten noch Mehreinnahmen durch Anzeigen- und Aboerlöse. Zur Verstärkung der Redaktion und zur weiteren Profilierung des Rundbriefs soll ein Redaktionsteam von interessierten Mitgliedern eingerichtet werden. Gastbeiträge sind natürlich auch gerne gesehen.
Positiv ist auch das gestiegene Interesse an einer Mitgliedschaft im FMB: In diesem Jahr konnten bereits fünf neue Mitglieder begrüßt werden. Der Verband hat aktuell 139 Mitglieder.
Diese Mitglieder haben Hoffnungen und Wünsche, Sorgen und Ängste, sind medienpolitisch aktiv oder haben bereits resigniert. Eine wesentliche Aufgabe sehen Vorstand und Geschäftsführung des FMB darin, Seismograf und Sprachrohr der Mitglieder zu sein und bei Gesprächen in der Staatkanzlei, bei der Gesellschafterversammlung der nordmedia Fonds und bei Gesprächen mit allen im Landtag vertretenen Parteien immer wieder auf notwendige Verbesserungen bei der Filmförderung und bei den Rahmenbedingungen für Medienschaffende und Künstler hinzuweisen und entsprechende Vorschläge zu machen.
Erfreulich war, dass einige Parteien in ihren Wahlprogrammen teils Forderungen bzw. Formulierungen des FMB übernommen haben. Die Aufgabe für den neuen Vorstand wird nun auch darin bestehen, mit der Landesregierung und den im Landtag vertretenen Parteien für eine Umsetzung der Forderungen zu sorgen. Volker Kufahl erinnerte in dem Zusammenhang an die nach wie vor prekäre Situation des FMB, da es keine Institutionelle Förderung bzw. kontinuierliche Förderung für die Basisarbeit des Vereins gibt.
Wie man in diesem Rundbrief z. B. bei der Lektüre der Koalitionsvereinbarung zum Thema Medien lesen kann, gibt es einige Ansätze, wo es sich lohnt, sich einzumischen und zumindest den Versuch zu unternehmen, Medienpolitik mit zu gestalten. Dies werden wir auch in Zukunft tun, am besten mit einer breiten Unterstützung von alten und neuen Mitgliedern. Also, aktiv werden, Mitglied werden, den Rundbrief abonnieren.
In diesem Sinne eine anregende Lektüre.

Karl Maier

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 24. Februar 2010 um 13:27 Uhr